The following editorial appeared in the December 2002 edition of Heizung-Lüftung/Klima-Haustechnik, the Journal of the VDI-TGA Society of the German Society of Engineers (VDI).

Das Licht am Ende des Tunnels...
 

 
H. Michael Newman

Das Streben nach einem umfangreichen international anerkannten Kommunikationsprotokoll für GA und TGA Anwendungen begann in den frühen 80-er Jahren mit der Einführung der DDC-Technik. Da jeder Hersteller ein eigenes Kommunikationssystem benutzte und der Begriff „Interoperabilität" noch nicht erfunden war, mussten einzelne Organisationen der Herausforderung nachkommen, Protokolle selbst zu entwickeln oder entwickeln zu lassen. Bekannte Beispiele aus diesem Zeitalter sind das „Facility Automation Communications Network" von IBM und „FND" der öffentlichen Hand in Deutschland. Diese waren jedoch lediglich für die Kommunikation zwischen DDC-Inseln und einem Managementsystem vorgesehen. Intern nutzten die Mitglieder dieser Inselgruppen weiterhin ihre proprietären Protokolle. Vielen GA-Experten war klar, dass diese Versuche höchstens nur vorübergehende, unvollkommene Lösungen darstellten.

1987 fing die Arbeit innerhalb eines ASHRAE Komitees in den USA an, eine umfassende Lösung zu erarbeiten, die von GA-Einrichtungen jeder Grösse und jedes Einsatzzweckes sinnvoll verwendet werden könnte. Achteinhalb Jahre später im Jahr 1995 war „BACnet" geboren, das Ergebnis einer sorgfältigen Arbeit unter Beteiligung von Herstellern, Errichtern, Planern, sowie Universitäts- und Regierungsangestellten. Fachleute aus 12 Ländern waren an der Standardisierungsarbeit beteiligt. Die Entwicklung von BACnet war und ist das Ergebnis einer grossartigen internationalen Zusammenarbeit. Es blieb lediglich die Frage: „kann sich BACnet in der Praxis durchsetzen oder ist es nur ein Papiertiger?"

Heute bereits zeichnet sich der weltweite Erfolg von BACnet ab, „das Licht am Ende des Tunnels" wird erkennbar:

1) BACnet gelingt der Sprung in die internationale Normung. BACnet ist schon heute Amerikanische und Koreanische Nationalnorm und wird auch von den Behörden in China und Japan als zukünftige Norm in ihren Ländern betrachtet. Der Russische Ingenieurverein ABOK hat auch vor kurzem die Einführung von BACnet in sein Regelwerk zugesagt. In Europa ist BACnet als Vornorm aufgenommen worden. Zur Zeit findet eine globale Abstimmung statt, die sehr wahrscheinlich zur Aufnahme von BACnet als ISO-Norm und Europäische Norm führen wird. Dies wurde durch die Bemühungen und Unterstützung von VDI Mitgliedern in Deutschland und anderen unerschütterlichen Anhängern der „BACnet Interest Group - Europe" möglich.

2) Die zweifellos grössere Bedeutung hat jedoch der Erfolg von BACnet im Markt. Es gibt jetzt schon tausende von BACnet Projekten in 82 Ländern und auf allen Kontinenten. Die Ergebnisse von Umfragen über reale Projekte in den USA, Europa und Asien werden in Kürze publiziert. Der anekdotische Beweis ist aber schon klar: BACnet wird ständig populärer und immer häufiger eingesetzt. Der aktuelle Stand des Protokolls, z.B. die Integration der EIB/KNX Objekte, wird sicher ein Thema der VDI-TGA-Fachtagung „Gebäudeautomation & Gebäudemanagement" im Februar in Karlsruhe sein.

Warum ist der Erfolg von BACnet wichtig für die Branche? Der Grund ist einfach: Nur mit einer herstellerneutralen, leistungsfähigen und zukunftssicheren Datenkommunikationsnorm können die sonst kaum erreichbaren Ziele wie Energieeinsparung und höhere Leistungfähigkeit der TGA durch die sinnvolle Integration verschiedener Systeme erst erzielt werden.

H. Michael Newman
Manager, Utilities Computer Section
Cornell University, Ithaca, NY, USA
Chairman des ASHRAE BACnet Komitees, 1987-2000
Experte in ISO/TC205 WG3